Ofenhaus im Gaswerk Augsburg

Gaswerk Augsburg, Ofenhaus, Dampfwolke oder Brechtrauch
Gaswerk Augsburg, Staatstheater Foyer Brechtbühne
Gaswerk Augsburg, Ofenhaus, Gastronomiebereich

Ofenhaus im Gaswerk Augsburg

 

Auszeichnung: German Design Award 2020
Industriecharme gepaart mit Moderne. Für seine einzigartige Innenarchitektur erhält das Ofenhaus auf dem Augsburger Gaswerksareal für das Theaterfoyer und das Restaurant den German Design Award 2020 mit der Auszeichnung „Winner“ in der Kategorie „Excellent Architecture“. 

Preisträger Innenarchitektur: Büro Kolb, Bauherr: SWA
Lichtplanung: Stephan Meyer / Korona Leuchten GmbH

 

Ofenhaus - Theaterfoyer und Gastronomie

Der vollständig entkernte Hauptraum im ehemaligen Ofenhaus des Gaswerks Augsburg-Oberhausen, hat mit einer Grundfläche 34m x12m und über 19 Meter Raumhöhe eher die Dimension einer Kathedrale, war aber ursprünglich mit mehreren raumhohen Öfen zur Gewinnung von Stadtgas aus Steinkohle ausgefüllt. Dieser energiehungrige, schmutzige Prozess war mit viel Hitze und Dampf verbunden welcher bis Heute gut sichtbare Spuren hinterlassen hatte, Spuren die auch weiterhin sichtbar bleiben sollten.

Auf den ca. 420 Quadratmetern Grundfläche im Erdgeschoss sowie den ca. 200qm auf der neu eingezogenen Galerieebene welche den Zugang zur neuen Brecht-Bühne bildet, sollten nun entsprechend den vorgegebenen Nutzungskonzept zum einen, die Funktionsbereiche eines Theater-Foyers mit Kasse / Garderobe, die Galerieebene mit Zugang zur neuen Brechtbühne, Aufenthaltsbereichen und kleiner Pausen-Bar entstehen. Aber auch ein eigenständiger Gastronomiebereich mit großer Bar, Lounge, Bestuhlung mit über 100 Sitzplätzen welcher unabhängig vom Theaterbetrieb zukünftig viele Gäste auf das Gaswerksgelände locken soll.

Wie aber die raue, unverfälscher Brutalität einer alten Industriehalle mit der Wohfühlathmosphäre eines gehobenen Restaurants verbinden?
  Das Bild einer sommerlichen Piazza in einer italienischen Renaissancestadt konnte die Idee, auch bei der späteren Präsentation vor dem Bauherren gut vermitteln. Der abendliche Himmel mit seiner Unendlichkeit war die dunkel gestrichene Decke in 19m Höhe, die hohen Kirchtürme und die, die Piazza einfassenden Gebäude mit Ihren beleuchteten Fassaden und Fenstern,  entsprachen den Tragwerkssäulen der Halle und den markanten historischen Gitter-Fensterflächen des Ofenhauses mit frei angeordneten integrierten Lichtmodulen. Und zum Wohlfühlen sitzen die Gäste auf der Piazza unter breiten Schirmen in den Restaurants und Cafes. Auch hier bleibt das Licht in der Nähe des Menschen und es bieten Schirme einen Abschluss vor der Höhe des freien Himmels.

Dieser Abschluss nach oben, wurde die für den Raum so entscheidende transparente Metallgewebe-Wolke. Im Ofenhaus-Konzept war schnell die Assoziation zum vielen Wasserdampf der ursprünglichen Stadtgasgewinnung gefunden, aber auch zum Rauch der Zigarre eines Bertold Brecht und somit zum zweiten wichtigen Nutzer dieses Raumes, dem Staatstheater Augsburg mit der neuen Brechtbühne.

Neben den vielen Herausforderungen der Umwidmung eines denkmalgeschützten Industrieraumes, waren auch noch eine Reihe technischer Herausforderungen zu bewältigen. Beginnend bei der Personenführung in zwei unterschiedliche Bereiche, Theater und Gastronomie, den Auflagen einer Versammlungsstätte, der Herausforderung an Klima und Akustik, Brandschutz, Fluchtwege uvm.
Nie hatten die Beteiligten der Innenarchitekturplanung, zusammen mit dem Architekten, es aufgegeben, den zukünftigen Besucher als wichtigste Dimension alleine im gigantischen ehemaligen Industrie-Raum stehen zu lassen und so ist auch auf der Galerie-Ebene, vor der immer noch 14m hohen Innnenwand, eine weitere optische Zwischenebene entstanden. Durch den Kunstgriff, einer als große Kranbahn zusätzlich eingebrachten Ebene, konnten die notwendigen Leuchten für die Beleuchtung der Galeriefläche inkl. Strahlern für zukünftigen Bilderausstellungen fast unsichtbar verbaut werden und bilden auf der Galerie eine angenehme Lichtstimmung vor der hier spürbaren Höhe des Raumes.

Überhaupt konnte, erst durch die perfekte Integration von Lichttechnik in Gebäudeelementen, die Vielzahl an notwendigen Leuchten versteckt werden, oder in optisch einfachen, aber lichttechnisch sehr flexiblen Projektleuchten verbaut werden. Ziel im Lichtplanungskonzept war immer das Licht, weniger die Leuchte.

Bis auf die Pendelleuchten über den Restaurant-Tischen, welche wie ein Zitat über den rohen Messingtischen schweben und mit den feinen Designklassiker (Arne Jacobsen 1955), die als Sitzmöbel in Bar, Restaurant und Loungebereich verwendet wurden, eine Stilnote bilden, wurden alle anderen Beleuchtungsaufgaben mit Korona-Leuchten gelöst.

Hierfür wurden, neben den linearen Korona Standard LEDsystemen kor#01 und kor#02, auch eine Reihe schon angewandter Entwurfsideen aus der SphereLIGHT-Serie auf Basis der Soraa-LEDengines weiter ausgebaut und erfolgreich, als leistungsstarke Lichtwerkzeuge mit höchsten Ansprüchen an die Lichtqualität, umgesetzt. 

 

Gaswerk Augsburg, Ofenhaus Südfassade - Behälterturm - Gaskessel
German Design Award 2020 - WINNER - Innenarchitektur / Lichtplanung: Stephan Meyer - Korona Leuchten GmbH

Projektdaten

Ofenhaus
Gaswerk Augsburg-Oberhausen

August-Wessels-Straße 30 map

Ausführung: April 2018 - Jan. 2019

Unser Beitrag zur Auszeichnung
German Design Award - Winner - 2020
Lichtplanung - Beratung Raumkonzept
Entwicklung und Herstellung der Projektleuchten

Presse:
edition:schwaben 2019-02

Historische Informationen:
​Verein Gaswerksfreunde Augsburg e.V.

Who is Who

Bauherr: SWA KreativWerk GmbH & CoKG

Architekt: Eberhard Wunderle
Innenarchitektur: Büro M. Kolb
Metallkunst: Gerold Sauter

Lichtplanung: Stephan Meyer Korona

Fotografie: Eckhart Matthäus
                  Anna-Sophie Meyer Korona
                  Sebastian Lehner

Kontakt

Korona Leuchten GmbH
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Fax F +4982190628-12